Wie eine Achterbahnfahrt inklusive Warteschlange.

 


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Irgendwo im Nirgendwo.

Hallo da draußen... Heute ist kein guter Tag. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass mein Hund bald nicht mehr bei mir sein wird oder ob es nur wieder so eine Phase ist. Aber ich bin heute dauernd wo anders, nicht in mir. Man nennt das wohl Depersonalisation und Derealisation. Es begann damit, dass es mir einfach den ganzen Tag schon schlecht ging, ich war sehr demotiviert und antriebslos. Ich dachte, das geht wieder so in Richtung depressive Phase und vielleicht kommt die auch noch. Doch zuerst spürte ich dann heute Mittag immer wieder Aggressionen in mir hochkommen. Vor allem gegen mich und meinen Körper. Ich fühlte mich zu fett und generell hässlich, nicht liebenswert und einfach wie eine totale Platzverschwendung. Ganz bald bekamen das meine Eltern ab. Das ging wieder mal super schnell. Es ging damit los, dass ich irgendwas sagte wie "Ich hab die ganze Zeit Hunger, aber ich darf nicht mehr zunehmen, ich bin schon wieder viel zu fett." (Ich bin übrigens laut BMI nicht zu fett. Bin genau im Normalgewicht.) Und sofort war mir (und ich glaub auch meinen Eltern) klar, dass dieses Gespräch nur schief gehen kann. Meine Mutter sagte etwas wie "Konzentrier dich in dieser anstrengenden Zeit im Moment nicht auch noch auf dein Gewicht. Abnehmen kannst du auch noch, wenn alles vorbei ist." Und zack ging es los. Erst war es mein Gewicht, dann die Kälte draußen, dass ich nicht weiß, was ich für eine Jacke beim Hundespaziergang tragen soll und dann dass die Weste fürchterlich hässlich ist und sowieso alle einfach nur ihre Klappe halten sollen. Das ist glaube ich das größte Problem. Einerseits brauche ich in diesen Momenten Hilfe von anderen und will mit ihnen kommunizieren, aber andererseits ist alles falsch, was die anderen sagen. Ich werd so aggressiv, dass ich nicht mehr weiß, wohin mit mir. Und vor allem hasse ich mich in dem Moment selbst abgrundtief. Eine kleine Stimme der Vernunft sagt mir mittlerweile sogar oft, dass ich übertreibe und dass es grade nicht die Realität ist, die ich da sehe und spüre. Aber die Emotionen sind so krass, dass diese Stimme keine Chance hat. Naja, jedenfalls ging es dann weiter. Durch den Hundespaziergang konnte ich mich erstmal etwas ablenken und runterfahren. Aber kurz danach gings dann los mit der Depersonalisation/Derealisation. Ich weiß nicht mehr, was als erstes kam. Die Vorschau von "Titanic" oder der Hunger auf Schokokekse... Ich glaube, erst die Vorschau. Diesen Film habe ich zusammen mit meinem Exfreund geguckt, kurz bevor er mein Vertrauen komplett zertrümmert hat. Diese Beziehung war eine Katastrophe und ich wage jetzt mal zu behaupten, dass sie meine Erkrankung sogar verschlimmert hat. Auf jeden Fall kam die Vorschau und ich war direkt in dieser Situation vor 15 Monaten. Und dann erstmal irgendwie im Nirgendwo, keine Ahnung, wo ich mich da hingebeamt habe. Aber ich konnte mich noch einigermaßen wieder rausholen. Bis ich mit meiner Mutter darüber redete, dass ich Hunger auf Schokoladenkekse hab, die ich mir um diese Uhrzeit nicht mehr kaufen könne. Und das war Punkt Nummer 2. Mein Exfreund wohnte damals direkt am Hauptbahnhof und oft kauften wir noch spät abends am Kiosk Kekse und Getränke oder er holte mir was, wenn es mir schlecht ging. Und dieser Gedanke hat mir dann den Rest gegeben. Seitdem versuche ich mich irgendwie in der Gegenwart zu halten, aber es fällt mir sehr schwer. Deswegen bekam ich den Drang, mich selbst zu verletzen. Und fing an zu essen. Ich brauchte irgendwie körperliche Reize. Immer wieder merkte ich, dass ich zwischendurch komplett abwesend war. Nicht in mir und nicht in dieser Welt. Teilweise bei meinem Exfreund, in seiner Wohnung... alles erlebte ich nochmal. Wie ich dort schlief, Sport machte, Fernsehen guckte, zum Kiosk ging, mit ihm einkaufen ging, ... einfach viel zu viel... Und auch jetzt, wenn ich es aufzähle muss ich grad wahnsinnig aufpassen. Immer wieder sitze ich hier regungslos und vergesse komplett die Zeit. Manchmal bin ich auch nicht bei ihm, sondern einfach ganz wo anders. Keine Ahnung, wo genau. Einfach abwesend. Das ist ein extrem unangenehmes und kraftraubendes Gefühl. Bei mir kommen solche Zustände immer in Phasen. Mal "einfache" Depressionen, ab und zu Aggressionen, dann häufige Derealisationen, mal bin ich relativ stabil... Leider wechseln diese Phasen sich immer häufiger ab und ich kann selten darauf vertrauen, dass ich mich mehrere Tage hintereinander gleich fühle. Nur leer fühl ich mich irgendwie immer. Und einsam... (Wird vielleicht echt mal Zeit für eine ausgiebige Borderline-Therapie. :/ ) Ich sag dann jetzt mal gute Nacht (oder guten Morgen... oder guten Tag), versuche irgendwie auf positive Gedanken zu kommen und hoffe darauf, dass es mir morgen besser geht. Meine Fingernägel sind auf jeden Fall schon passend lackiert fürs nächste WM-Spiel morgen und ich freu mich drauf. Bis zum nächsten Mal!
26.6.14 04:01
 
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